Kultur- und Heimatverein Radeburg e.V.

November 2017

 

Nachlese zum Konzert von Florian Mayer „Mein Paganini“
am 5. November 2017 in der katholischen Kapelle zu Radeburg

Der Genueser Paganini war ein überragender Violinvirtuose und ist als eine außergewöhnliche Musikerpersönlichkeit in die Geschichte eingegangen. Mit dem Aufbruch Napoleons in das absolutistische Europa wandelten sich Zeiten und althergebrachte Sitten. Paganini nahm in dieser Zeit sein Talent als virtuoser Geiger mit auf Reisen quer durch Europa und erwarb allerorten größte Anerkennung. Getrieben von unbändiger Lebenslust und musikbesessenem Tatendrang verspielte er in Glückspielen aber auch an einem Abend die vorher erworbene … „Frucht mehrerer Concerte“ … Paganini war ein enfant terrible, dem man damals wie heute jedoch mit Achtung und Bewunderung begegnet.

 

 

Der Dresdner Violinist Florian Mayer kam wieder - nun schon zum fünften Mal! - nach Radeburg und brachte sein neues Programm „Mein Paganini“ mit. Vor diesem Hintergrund war es zweifellos ein Heimspiel, seine Fangemeinde sorgte in der Katholischen Kirche wieder für einen „vollen Saal“.

 

 

 

Mit einem traditionellen Schlückchen Wein, diesmal zur Einstimmung, ging es nach herzlicher Begrüßung durch Christina Koch, stellvertretende Vorsitzende des gastgebenden Kultur & Heimatvereins Radeburg e. V., gleich zur Sache. Mayer, alias Paganini, nahm die Zuhörer mit auf eine Reise quer durch Europa, die u. a. von Paganini komponierte Elemente zur schottischen Nationalhymne enthielt. Bei geschlossenen Augen meinte man, sogar ein bisschen Dudelsack zu erleben. Interessant ein nachfolgender Titel „Welke Blätter“ - Mayers auch kompositorische Geigenkunst machte es möglich, die Blätter sogar fallen zu hören!

Sattes Grinsen und Schmunzeln gab es bei Mayers Feststellung zum Titel „Sie und Er“  - wenn ein Geiger auf die Bühne tritt, dann flippen die Weiber aus! Ausreichend autorisiert ist das allemal, wenn man weiß, dass das auch eine Lebensmaxime von Paganini war.

 

    

 

Als kräftige, aber auch feinsinnige Würze erwiesen sich von Mayer eingestreute Gedichte. Dann holte er sich eine Anleihe bei Ernest Hemingways „Tod am Nachmittag“ und eröffnete mit herrlichem staccato eine Corrida, die Pamplona geisterhaft vor Augen führte und mit seinen dazu passenden rhythmischen Beinstampfern das Publikum zu Beifallsstürmen hinriss.

Dann war es ein Thema von Paganini zugeschriebenen Improvisationen, was nach Publikumswünschen einer ungarischen, französischen, russischen und isländischen Interpretation zugeordnet wurde. Den Vogel schoss hier der „ungarische“ Paganini mit dem unverwechselbaren timbre der Roma-Musik ab.

Paganinis „Wilde verwegene Jagd“ bildete in ihrem zweiten Teil mit Zungenschnalzern und Saitenzupfern ein erlebnisreiches Ende des Konzertes, das es geschafft hat, die Vielschichtigkeit seiner Persönlichkeit einem interessierten, aufgeschlossenen und begeistert mitgehenden Publikum nahe zu bringen.

Bachs Largo als Zugabe breitete abschließend eine fast feierliche Stille aus und regte zum Nachdenken an.

Als Dankeschön für die langjährige Zusammenarbeit wurde der katholischen Kapelle, vor allem als Veranstaltungsort, vom Kultur & Heimatverein Radeburg e. V. ein Dankschreiben und eine Spende in Höhe von zweihundert Euro überreicht.

Günter Andrä


 

Oktober 2017

Mittwoch, 18. Oktober 2017 – 19.30 Uhr
Ratssaal im Radeburger Rathaus

Vorstellung des 15. Heftes
der Schriftenreihen zur Geschichte
der Stadt Radeburg:
 

Neue Heimat Radeburg

Berichte über Flucht und Vertreibung

Eintritt frei, Spende erbeten

 

Die Bilanz der Arbeitsgemeinschaft Stadtgeschichte im Kultur & Heimatverein Radeburg kann sich sehen lassen - kürzlich wurde das 15. Heft der Schriftenreihe zur Stadtgeschichte der Öffentlichkeit vorgestellt.

Anliegen der Verfasser war es, ein vor 1989 in der DDR politisch fast ignoriertes Thema - Ereignisse der Umsiedlung zahlreicher Menschen durch Flucht oder Vertreibung aus ihren Heimatgebieten in den Jahren 1944 bis 1952 - aufzuspüren.

Ein wichtiges Anliegen dabei war, geschichtliche Hintergründe sowie die Schicksaale der betroffenen Menschen, die in Radeburg und angrenzenden Ortsteilen als „Umsiedler“ aufgenommen und registriert wurden, zu erforschen und darzustellen.

In einer öffentlichen Veranstaltung, der bereits eine Zusammenkunft mit „Zeitzeugen“ aus dieser bewegten Zeit voranging, wurden in zwei bewegenden Vorträgen die Ereignisse jener Zeit widerspiegelt. Als herzlich begrüßter Gast nahm auch Radeburgs Bürgermeisterin Michaela Ritter teil.

Eingangs skizzierte Theodor Dingler als ehemals Betroffener die politische Situation, die sich im Ergebnis des zweiten Weltkrieges für die damalige Sowjetische Besatzungszone vor dem Hintergrund der Befehle der Sowjetischen Militäradministration Deutschland und dann der Politik der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands ergab.

In einem emotional sehr nahegehenden Vortrag betrachtete die Vorsitzende der AG Stadtgeschichte, Irene Andrä, die konkrete Situation in Radeburg und angrenzenden Ortsteilen und berichtete in bewegten Worten darüber, wie die Umsiedler aufgenommen wurden und was in den zahlreichen Gesprächen mit den Betroffenen über ihre Herkunft, die Gründe der Vertreibung, ihre Fluchtwege sowie die spätere Integration in unsere Gesellschaft zu erfahren war. Die Erinnerungen daran bilden als Erlebnisberichte der Umsiedler einen wesentlichen Bestandteil des Heftes.

Alle Teilnehmer waren berührt und bewegt und mit einem herzlichen Dankeschön an den Kultur & Heimatverein war man sich auch einig darüber - es war an der Zeit und wichtig, sich diesem Thema zu stellen und für nachfolgende Generationen authentisch erlebte Geschichte aufzuschreiben.

Der Erwerb des Heftes ist in den bekannten Verkaufsstellen „Foto-Eulitz“ am Markt und „Leder-Weser“ in der Großenhainer Straße möglich. Darüber hinaus kann das Heft auch über die homepage des Kultur & Heimatvereins erworben werden.
Gleichzeitig ist auch wieder der alljährlich herausgegebene Kalender des Vereins mit historischen Postkarten im Angebot.

Das Heft und der Kalender werden auch zum Weihnachtsmarkt am Samstag 9. und Sonntag 10. Dezember 2017 im Stand des Kultur & Heimatvereins angeboten.


Günter Andrä

 

 

 


                                                                                                                                   


 

August 2017

 

  

Durch die ausgedehnten Wälder der Radeburger und Laußnitzer Heide führt die Radtour über den OT Boden und Medingen nach Hermsdorf mit Besichtigung des Schlosses und Schlossparkes, anschließend nach Grünberg. Nach einem Halt an der Kirche geht es Richtung Ottendorf-Okrilla.

Der ca. 35 km lange Rundkurs führt dann mit weiteren Sehenswürdigkeiten über Kleinokrilla, Cunnersdorf nach Medingen entlang der Großen Röder und endet in Großdittmannsdorf mit dem Besuch des Dorf- & Vereinsfestes 2017.

Verpflegung aus dem Rucksack. Im Rahmen von Führungen bitten wir etwas Kleingeld für Spenden bereit zu halten.

Gäste sind herzlich willkommen

 

Blick auf die Grünberger Dorfkirche
 

 

Nachlese zur Radtour des Kultur & Heimatvereins Radeburg e. V. am 27. August 2017

Östlich Radeburg - das war das Thema der diesjährigen Radtour des Kultur & Heimatvereins Radeburg.

 Mit Petrus im Bunde ging es nach dem traditionellen Start an der Postmeilensäule zunächst auf der Glasstraße Richtung Boden und weiter, mit dem „Anstieg“ des Tages, hinauf zur Schneise 1, von dort in nun bequemer Talfahrt vorbei an der seit 1993 stillgelegten ehemaligen Papiermühle Richtung Medingen.

 



 

Erstes Ziel mit einer sehr ambitionierten Führung war das Schloss Hermsdorf im zu Ottendorf-Okrilla gehörenden Ortsteil Hermsdorf. Dort, an der Mündung des Lausenbaches in die Röder, gab es im
15. Jh. einst einen Gutshof, Mitte des 16. Jh. nachfolgend ein Rittergut als Vorläufer des von 1553 bis 1575 erbauten, uns heute bekannten Schlosses. Erster Schlossherr war Christoph von Carlowitz. Viele prominente Namen Kursachsens bzw. des sächsischen Adels zieren die Ahnenliste; derer von Schönburg-Waldenburg waren die letzten bis 1945.

Ein besonderes Landschaftserlebnis war der Schlosspark. Er wird von Experten als anschauliches Beispiel einer Parkgestaltung der Übergangszeit zwischen Barock und Landschaftsgarten in Sachsen gerühmt.
 

Nächster Halt war die auf einer Anhöhe stehende barocke Dorfkirche in Grünberg, von der man nach einer sachkundigen Führung zu ihrer Geschichte einen herrlichen Blick in das Rödertal genießen konnte. Besonderheit - der Kirchturm steht seit seiner Errichtung schief.

Anschließend gab es eine Verschnaufpause auf dem der Kirche benachbarten Rastplatz „Ochsenbude“, der von Mitgliedern des Ortsvereins Grünberg und dem ortsansässigen Jugendklub errichtet wurde. Dieser gediegene und zum Verweilen einladende Rastplatz erinnert an jene Zeiten, in denen es noch üblich war, Ochsen und Kühe als Zugtiere einzusetzen und landwirtschaftliche Arbeiten zu verrichten. Den Tieren wurden hier zum Schutz der Klauen Eisenplatten angebracht.
 



 

Frisch gestärkt ging es weiter auf der namensgebenden „Kuhbrücke“ über die Autobahn A4 nach Otterndorf mit einem erfrischenden Halt der im Ortszentrum gelegenen Kühnmühle, in der sich eine alte Scheune zu einem Eiscafé gemausert hat.

Jenseits der B 97, im Ortsteil Kleinokrilla, war die mit weit über 200 Plätzen größte KITA der Gemeinde, der im Wald versteckte und idyllisch gelegene Waldkindergarten, der nächste Haltepunkt. Hier werden Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt betreut.

Vorbei am Ottendorfer Mühlenbäcker ging es durch die Siedlung, weiter über die Radeburger Straße, Richtung Medingen in das romantische Tal der Großen Röder zum Ziel des Tages - Gasthof Strauß in Großdittmannsdorf. Höhepunkt waren an diesem Wochenende das 2017er Dorf- und Vereinsfest, das wiederum eine tolle Resonanz hatte. Jetzt war erst einmal nach den Anstrengungen des Tages gut gekühlter Gerstensaft und Co. gefragt. Keine Frage, das hat ordentlich gezischt und schon gab es nach dem erlebnisreichen und interessanten Tag Fragen nach dem 2018er Jahrgang der Radtour. Soviel sei verraten: Im kommenden Jahr hat die Tour ein kleines Jubiläum und begeht ihr „Fünfzehnjähriges“.

Günter Andrä


 


 

 Juni 2017

Samstag, 17 Juni ab 14 Uhr
Teilnahme des Chores im Rahmen der
Dresdner Musikfestspiele - Klingende Stadt

Mai 2017 

Dienstag, 09. Mai 20.15 Uhr
Aula der Heinrich-Zille-Schule
Jahresmitgliederversammlung

Montag, 29. Mai 19.00 Uhr
Grillgarten Deutsches Haus
Sommerfest des Kultur & Heimatvereins
für Mitglieder

 

Gemeinsames Frühlingsliedersingen des Chores des Kultur- und Heimatvereins Radeburg und des Kirchenchores Radeburg.

        

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

April 2017

Samstag, 1. April
24. Zillelauf, der 10. der Neuzeit
www.zillelauf.de

 

Die Veranstaltung fand bei herrlichem Wetter statt. Es waren 644 Läufer am Start. Die Schützen der Schützengesellschaft Radeburg 1226 e.V. feuerten für jeden Lauf den Startschuss ab. Die Bürgermeisterin Frau Ritter und der Landtagsabgeordnete Herr Fischer haben die Auszeichnungen vorgenommen. 

 

 

   

 

 

 

   

 

 

 

   

 

 

   

 

 

   

 

 

Sonntag, 9. April 9 Uhr Gewerbegebiet Medingen

Frühjahrswanderung mit Herrn Schrack, NABU Fachgruppe Ornithologie in die Marsdorfer Kleinkuppenlandschaft

 

       

                 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonntag, 23. April 17 Uhr Konzert in der Katholischen Kirche

 

                         

 

 

 

 

 

 

Nachlese zum Konzert Country and folk am 23.04.2017 in der Katholischen Kapelle Radeburg

Country- und Folk in der Katholischen Kapelle Radeburg - passt das?

Und wie! Matthias Suhr und Elise Suhr - er ist gebürtiger Erlabrunner und studierter Geograf, (Gitarre, Keyboard, Gesang) und sie ist eine gebürtige Dresdnerin und operationstechnische Assistentin (Gesang) - haben sich diesem Genre mit Leidenschaft verschrieben und es wunderbar verstanden, mit ihrem ganz eigenen feeling das Besondere und Einmalige dieser Musik, fröhlich, unbeschwert und beschwingt dem Radeburger Publikum zu vermitteln.

Mit dem melodischen Klassiker „Take it easy“ ging es in der vollbesetzten Katholischen Kapelle auch gleich richtig los, der mit diesem  „Nimm es leicht“ - oder vielleicht besser noch - „nimm es gelassen“ so wunderbar das dort typische amerikanische Lebensgefühl für das Geschehen im ganz normalen Alltag verdeutlichte.

Rhythmusbetont ging es weiter mit Songs, die interessanterweise u.a. auch aus der Feder von vormals bekannten Outlawern stammten und solchen, die die Heimat oder Naturschönheiten, wie die Rocky Mountains zum Mittelpunkt hatten oder in denen Sehnsuchtsträume junger Menschen nach Liebe, Glück und Geborgenheit eine Rolle spielten, wie es mit einer Textzeile … „Küss mich und sage mir, dass du auf mich wartest“ so wunderschön beschrieben wird.

Und dann kam eine auch schon fast legendäre Textzeile: „We got married in a fever …“ in „Jackson“ - 1967 weltbekannt geworden im Duett mit Nancy Sinatra und Lee Hazelwood. Die Stimmung war bestens - das Publikum klatschte nun begeistert mit.

Das zog sich durch bis zum letzten Song des Konzerts, der auch noch ein ganz großer ist: „Take me home, country roads“. Den kannte man natürlich auch und hierzu wurde gleich noch mitgesummt und mitgesungen. Im Jahr 2000 erfolgte dessen Wahl zum Country-Song des Jahrhunderts.

Ohne Zugabe kamen die beiden „Country-Musikanten“ natürlich nicht weg. Der Vereinsvorsitzende Jens Böhme war sich mit dem Publikum, übrigens von Jung bis Alt war alles vertreten, einig, dieser Nachmittag war doch mal etwas Besonderes! Ein herzliches „Good journey“ gab es noch für das seit 2016 verheiratete Ehepaar Suhr für seine durch die „Staaten“ geplante Reise; natürlich spielt dabei auch die Country-Musik eine Rolle.

Man darf also auf die nächsten Ideen des Kultur & Heimatvereins gespannt sein. Es gab reichlich Applaus und Blumen, auch ein herzliches Dankeschön an den Gastgeber und traditionell ein Glas Wein, bei dem sich immer so wunderbar plaudern lässt.

Günter Andrä

                        

  

Mittwoch, 26. April 15 Uhr Logistikzentrum Lidl

Teilnahme des Chores an der Eröffnung

Samstag, 29.  April ab 18.30 Uhr 
10. Heinrich-Zille-Kneipennacht
www.kneipennacht.eu

 

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