Kultur- und Heimatverein Radeburg e.V.

Mai 2019

 

       

  

„O der schöne Maienmond“ - Nachlese zum Frühlingsliedersingen
 in der Kirche zu Radeburg

Frühling - die Sehnsuchtsjahreszeit nach den dumpfen Wintermonaten. Die Sonne gibt sich alle Mühe, das erste zarte Grün meldet nun seine Vorherrschaft an und die Vögel jubilieren um die Wette.

Das zu einer schönen Tradition gewordene Frühlingsliedersingen in der Kirche zu Radeburg führte wieder den Chor des Kultur & Heimatvereins Radeburg e. V. unter Leitung von Rita Richert und den Kirchenchor Radeburg unter Leitung von Norbert Binder zusammen. Und, bemerkenswert dabei ist auch, dass es mittlerweile viele Menschen gibt, bei denen dieser Termin einen festen Platz im etwas anspruchsvolleren „Freizeitkalender“ hat.

 

Apropos Vögel - nach der Empfangsmelodie von „Alle Vögel sind schon da“ - sangen beide Chöre zum Auftakt „Freude, schöner Götterfunken“ - eine fast festliche Stimmung erfüllte den restlos besetzten Innenraum der wunderschön renovierten Radeburger Kirche.

Nach der Begrüßung durch Pfarrer Kecke wurde zum gemeinsamen Gesang der Chöre und des Publikums zu „Der Frühling hat sich eingestellt“ angestimmt. Im Wechsel beider Chöre ertönten Klassiker, wie der titelgebende „O der schöne Maienmond“ und „Komm, lieber Mai und mache …“, dem sich der Gospelsong „Oh, happy day“, gesungen vom Kirchenchor und das heiter, beschwingte „Spring, spring, spring“, gesungen vom Chor des Kultur & Heimatvereins anschloss.

Natürlich spielten die gefiederten Frühlingsboten, die Vögel, dann weiter eine Rolle. Das dem Publikum sicht- und erlebbar freudebereitende gemeinsame Singen von „Alle Vögel sind schon da“ folgten anschließend „Wenn ich ein Vöglein wär“, „Hörst du den Vogelsang und „Auf einem Baum ein Kuckuck“. Kurz vor Schluss meldete sich dann noch einmal die „Nachtigall“ in dem wunderschönen Kanon: „Abendstille überall. Nur am Bach die Nachtigall“ zu Wort.

„Wenn alle Brünnlein fließen“ ertönte wiederum gemeinsam aus allen Kehlen, das dann zum beschwingten, von den „Comedian Harmonists“ 1930 in deutscher Sprache bekannt gemachten „Wochenend und Sonnenschein“ überleitete. Der Gospelsong „Amezaliwa“, gesungen vom Chor des Kultur & Heimatvereins, brachte gut nacherlebbar Eigenarten des afrikanischen Gesangs mit Lebensfreude zu Gehör. 

Einen schönen Abschluss bildete schließlich das Lied „Abend wird es wieder“ nach einem Text von Hoffmann von Fallersleben.

Frühling - die Sehnsuchtsjahreszeit. Das symbolische Dankeschön an alle Akteure des Abends waren passend dazu Blumen, die, dem Bild erfüllter Lebensfreude entsprechend, allen Akteuren überreicht wurden. Vorher bedankte sich die stellvertretende Vereinsvorsitzende Christina Koch in herzlichen Worten bei beiden Chören und würdigte unter starkem Beifall aller Anwesenden das Konzert als ein kulturelles Ereignis ganz besonderer Art in der Zillestadt Radeburg.

 

Text: Günter Andrä
Fotos: Jens Böhme
Gestaltung: Harald Prendel

 

 

April2019

 

Am 06.04.2019 findet der 26. Zillelauf statt.

www.zillelauf.de

Die Organisation liegt, wie in den vergangenen Jahren auch, beim KHV der Stadt Radeburg und der TSV 1862 Radeburg.

Die Schirmherrschaft hat Sebastian Fischer, Landtagsabgeordneter der CDU, übernommen. Unterstützt wird der Lauf auch durch die Stadt Radeburg.
Der Lauf ist für alle aktiven Läuferinnen und Läufer der Region und darüber hinaus zur Tradition geworden. Das beweisen auch die Anmeldezahlen zwischen 600 und 700 Teilnehmern in den letzten Jahren.
Wir heißen alle Läuferinnen und Läufer herzlich willkommen.
Dank der vielen ehrenamtlichen Helfer, der Feuerwehr Radeburg und den Schützen wird der Lauf wieder zu einem sportlichen Höhepunkt in Radeburg.
 

 G

 
 

 


www.kneipennacht.eu

Nachlese zur 12. Heinrich-Zille-Kneipennacht

 

Traditionen sind dazu da, dass man sie pflegt. Das ist nicht nur ein geflügeltes Wort, sondern auch ein Handlungsmotiv des Radeburger Kultur&Heimatvereins.

Die Kneipennacht ist fester Bestandteil der Radeburger Kulturszene mit bemerkenswerten Alleinstellungsmerkmalen und hat sich in der Zille-Stadt und ihrem Umfeld längst etabliert.

 

Der programmatischen Ankündigung - Live Music, Nachtshopping, Maibaum - folgten wieder zahlreiche Besucher, denen das gesellige Zusammensein mit Freunden und Bekannten in der Nacht zum Wonnemonat Mai besonders am Herzen liegt.

 

Trotz Baustelle „Radeburger Marktplatz“ wurde dort der Maibaum für alle sichtbar in die luftige Höhe gehievt und mit diesem symbolischen „Startschuss“ ging die Eröffnung einer Sonderausstellung im neugestalteten Heimatmuseum einher, die Armin Zosel gewidmet ist. 

  

             

 

             

 

 


 

Die stellvertretende Vereinsvorsitzende Christina Koch würdigte in Anwesenheit der Radeburger Bürgermeisterin Michaela Ritter und zahlreicher Gäste mit herzlichen Worten neben der Lebensleistung des ehemaligen Direktors des Flachglaswerkes Radeburg vor allem dessen aktives, bis in die Gegenwart reichendes sportliches Engagement, mit dem es der heute Fünfundachtzigjährige auf zahlreiche Pokale und Medaillen als Landes-, Europa- und Weltmeister in Laufdisziplinen gebracht hat. Der Chor des Kultur&Heimatvereins unter Leitung von Rita Richert war mit drei Liedern, eines war namentlich direkt auf Armin Zosel zugeschnitten, zur Stelle und gab der Eröffnung einen beschwingten und fröhlich stimmenden Rahmen. In seinen Dankesworten hat Armin Zosel auch gleich klargestellt, dass er sich darauf nicht etwa ausruhen will, sondern es gehe zügig weiter. Also - Radeburg auch die Sportstadt!
 


 

Gut gelaunt und erwartungsvoll ging man nach einem kleinen Rundgang durch das neu gestaltete Radeburger Museum an die frische Luft. Es wurde nicht nur getuschelt, sondern es war auch laut zu hören: Die Stadt Radeburg kann stolz auf ihr Museum sein, das sich nach den umfänglichen Baumaßnahmen als ein Kleinod räumlicher und inhaltlicher Gestaltung darstellt. Das Wetter spielte prächtig mit und bald wimmelte es auf den Straßen wie auf dem Zillebild der diesjährigen Programmkarte, die „Kneipen“ füllten sich wie andernorts auch Geschäfte des Einzelhandels, die, angefangen von „Lederwaren Weser“ bis hin zur Frühjahrsmodenschau im Modehaus Luckow ihre „Kundschaft“ hatten.


 

 

 

 

 


 

 

Wenn von Tradition die Rede ist, dann sind es vor allem auch die Musiker, die schon über die Jahre einen guten „Ton“ angeben. Immer wieder ein Erlebnis, nicht mehr nur für Bluesliebhaber, ist  die Cross-Blues Band mit ihren gerade mal zwei Mann im Hirsch, die für prächtige Stimmung sorgen und vielleicht sogar ein bisschen an die berühmte Beale-Street in Memphis erinnern.

 

Gewissermaßen ihre Kollegen, „The Novikents“ haben mittlerweile im, dem Zentrum doch entlegenen Kulturbahnhof, ihr Stammpublikum. Als Magnet erweist sich dort nun auch schon seit Jahren der Single Malt Whisky Club Sachsen, der mit einem ganz interessanten Whisky-Angebot zu kleinen Preisen ebenfalls für Andrang und gute Stimmung sorgt.


 

 

Alle Akteure verdienen Dank, Anerkennung und größten Respekt, am Ende sind es die Vielfalt sowie die Besonderheiten Radeburgs einschließlich herausragender Persönlichkeiten,  die die Kneipennacht auszeichnet und wohltuend von der allgemeinen Vorstellung, dass es nur um das Trinken geht, abhebt. Darauf ein Prosit für die dreizehnte Saison 2020!


Text: Günter Andrä
Fotos: Jens Böhme
Gestaltung: Harald Prendel


 

 

März 2019 

 

 

 

 

 

Birkenpflanzung am Heroldstein

An diesem Abend stimmte eigentlich alles: Die Sonne verabschiedete sich im Westen mit aufregenden Farben, andernorts machte sich ein strahlender Mond auf die Reise, die Vögel jubilierten, ein laues Frühlingslüftchen sorgte für wohlige Temperaturen und ein erwartungsvoll gestimmtes Publikum war der Einladung des Kultur & Heimatvereis Radeburg e. V. zur Pflanzung von drei Birken auf dem „Heroldstein“ gefolgt.

Der Vereinsvorsitzende Jens Böhme begrüßte alle Teilnehmer, an ihrer Spitze die Radeburger Bürgermeisterin Michaela Ritter, mit herzlichen Worten und versprach allen ein spannendes und zugleich auch nachdenklich stimmendes Stündchen ganz besonderer Radeburger Geschichte. Zunächst aber sorgte der Chor des Vereins unter Leitung von Rita Richert für einen freudvollen Auftakt nach einer bekannten Melodie mit dem Lied: „Schon wieder blühen die Birken am schönen Heroldstein …“

In ihrem Vortrag ging die Leiterin der Arbeitsgemeinschaft Stadtgeschichte des Vereins, Irene Andrä, auf Hintergründe ein, die zur Aufstellung des später als Heroldstein bekannten Obelisken in Form einer abgestumpften Pyramide führten, der 1854 errichtet und seit den 1920er Jahren nachweislich von fünf Birken umstanden wurde, gegenwärtig waren es noch zwei.

Was war geschehen? Ein dreiundzwanzigjähriger Medizinstudent, Ernst Herold aus dem kurhessischen Marburg, setzte am 29. Januar 1852 seinem Leben durch Freitod ein Ende, als er erfuhr, dass das junge Mädchen, das ihm ewige Treue geschworen hatte und er es als seine Braut betrachtete, einen anderen heiraten wollte. Um das zu verhindern reiste er nach Sachsen. Die Trauung sollte in Radeberg stattfinden. Infolge einer Verwechslung, man hatte ihm in Dresden den falschen Weg gewiesen, kam er am Trauungstag in Radeburg an und erschoss sich hier im Zustand völliger Verzweiflung zwischen vierzehn und fünfzehn Uhr.

Stille und Nachdenklichkeit breitete sich aus, als Irene Andrä vor diesem Hintergrund das weite Thema Liebe berührte. Leben-Liebe-Tod, der Heroldstein erinnere mit seiner Geschichte an diesen Kreislauf, der am Beispiel des jungen Studenten ganz besonders, vielfältig und eigenartig sein kann. Und die Birken? Die der Göttin Freya geweihten Birken spielten einst im germanischen Volksglauben eine große Rolle und sind noch heute in aller Munde, z. B. als Symbol des Frühlings oder sie wecken mit dem zeitigen Grün ihrer Blätter Hoffnung.

Akustisch meldete sich hierzu der Chor mit dem Lied „Der Winter ist vergangen, ich seh´ des Maien Schein“ … zu Wort. Schließlich summte man die Melodie auch mit und ließ es sich bei einem Gläschen Bier, Wein oder Limo und vorzüglich „handgemachten Fettbemmchen“ - ein herzliches Dankeschön an all jene, die sich hierzu verdient gemacht haben - wohl sein.

Was bleibt? Das war mal eine andere Seite aus dem reichen Geschichtsbuch der einstigen Ackerbürgerstadt Radeburg, vielleicht sogar ein bisschen Romantik. So etwas braucht es auch im Getriebe unseres immer hektischer und digitaler werdenden Alltages. Sagen wir es mit der Schlussbemerkung von Irene Andrä: Unsere Stadt hat mit den drei neu gepflanzten Birken - je eine wurde gesponsort von der Stadtverwaltung, dem Kultur & Heimatverein und den Anwohnern - einen bemerkenswerten Fleck bewahrt, einfach auch, um dort mal an- und innezuhalten, im Andenken an etwas zutiefst menschliches.

 Günter Andrä

 

 

 


 


 

 


 

 

 

 

 

 

 

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