Kultur- und Heimatverein Radeburg e.V.

                                     

Unser diesjähriges Arbeitsthema

Die Arbeitsgruppe Stadtgeschichte des Kultur- & Heimatvereins Radeburg befasst sich in diesem Jahr mit den Ereignissen der Umsiedlung zahlreicher Menschen durch Flucht oder Vertreibung aus ihren Heimatgebieten in den Jahren 1944 bis 1952.
Unser Ziel ist es, die geschichtlichen Hintergründe sowie die Schicksaale der betroffenen Menschen zu erforschen und darzustellen.
In Radeburg und den angrenzenden Ortsteilen wurden in dieser Zeit viele Umsiedler aufgenommen und registriert. Ihre Herkunft, die Gründe der Vertreibung, ihre Fluchtwege sowie die spätere Integration in unsere Gesellschaft sind Gegenstand unserer Forschungsarbeit.

In zahlreichen Einzelgesprächen mit Zeitzeugen oder ihren Nachkommen konnten oft neue Erkenntnisse zur Entwicklung von Wirtschaft und Kultur in unserer Heimatstadt gewonnen werden.

Das gesammelte Material aus den Berichten der befragten Personen und aus den historischen Recherchen soll die Grundlage zur Gestaltung des diesjährigen Heftes der Schriftenreihe zur Geschichte der Stadt Radeburg bilden.

Wir bedanken uns an dieser Stelle bei allen Bürgerinnen und Bürgern die uns bei unserer Arbeit  unterstützt haben.

Harald Prendel                                                                                                                                   

 

Die Bilanz der Arbeitsgemeinschaft Stadtgeschichte im Kultur & Heimatverein Radeburg kann sich sehen lassen - kürzlich wurde das 15. Heft der Schriftenreihe zur Stadtgeschichte der Öffentlichkeit vorgestellt.

Anliegen der Verfasser war es, ein vor 1989 in der DDR politisch fast ignoriertes Thema - Ereignisse der Umsiedlung zahlreicher Menschen durch Flucht oder Vertreibung aus ihren Heimatgebieten in den Jahren 1944 bis 1952 - aufzuspüren.

Ein wichtiges Anliegen dabei war, geschichtliche Hintergründe sowie die Schicksaale der betroffenen Menschen, die in Radeburg und angrenzenden Ortsteilen als „Umsiedler“ aufgenommen und registriert wurden, zu erforschen und darzustellen.

In einer öffentlichen Veranstaltung, der bereits eine Zusammenkunft mit „Zeitzeugen“ aus dieser bewegten Zeit voranging, wurden in zwei bewegenden Vorträgen die Ereignisse jener Zeit widerspiegelt. Als herzlich begrüßter Gast nahm auch Radeburgs Bürgermeisterin Michaela Ritter teil.

Eingangs skizzierte Theodor Dingler als ehemals Betroffener die politische Situation, die sich im Ergebnis des zweiten Weltkrieges für die damalige Sowjetische Besatzungszone vor dem Hintergrund der Befehle der Sowjetischen Militäradministration Deutschland und dann der Politik der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands ergab.

In einem emotional sehr nahegehenden Vortrag betrachtete die Vorsitzende der AG Stadtgeschichte, Irene Andrä, die konkrete Situation in Radeburg und angrenzenden Ortsteilen und berichtete in bewegten Worten darüber, wie die Umsiedler aufgenommen wurden und was in den zahlreichen Gesprächen mit den Betroffenen über ihre Herkunft, die Gründe der Vertreibung, ihre Fluchtwege sowie die spätere Integration in unsere Gesellschaft zu erfahren war. Die Erinnerungen daran bilden als Erlebnisberichte der Umsiedler einen wesentlichen Bestandteil des Heftes.

Alle Teilnehmer waren berührt und bewegt und mit einem herzlichen Dankeschön an den Kultur & Heimatverein war man sich auch einig darüber - es war an der Zeit und wichtig, sich diesem Thema zu stellen und für nachfolgende Generationen authentisch erlebte Geschichte aufzuschreiben.

Der Erwerb des Heftes ist in den bekannten Verkaufsstellen „Foto-Eulitz“ am Markt und „Leder-Weser“ in der Großenhainer Straße möglich. Darüber hinaus kann das Heft auch über die homepage des Kultur & Heimatvereins erworben werden.
Gleichzeitig ist auch wieder der alljährlich herausgegebene Kalender des Vereins mit historischen Postkarten im Angebot.

Das Heft und der Kalender werden auch zum Weihnachtsmarkt am Samstag 9. und Sonntag 10. Dezember 2017 im Stand des Kultur & Heimatvereins angeboten.


Günter Andrä

 

 

 

 

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